Als eine von rund 500 Aktivist:innen segelte Tabea Zaugg im Herbst 2025 mit Hilfsgütern in Richtung Gaza los. Auf internationalem Gewässer wurde die Flotilla von israelischen Streitkräften gekapert und die Besatzung nach Israel entführt. Tabea verbrachte über 30 Stunden in einem israelischen Gefängnis in der Negev-Wüste, ehe sie abgeschoben wurde.
Tabea Zaugg ist eine 34-jährige Schweizerin aus Bern. Sie wuchs in einer fundamentalistischen evangelikalen Familie auf. Lange spielte Politik in ihrem Leben keine Rolle, bis der Genozid in Gaza sie in den Aktivismus führte. Weil sie sich offen gegen die israelischen Verbrechen aussprach, distanzierte sich ein grosser Teil ihres nahen Umfelds von ihr. Aufgrund ihrer Aussagen verlor sie zudem ihre langjährige Anstellung als Mitarbeiterin bei der regionalen Müllabfuhr.
Ende August 2025 reiste Tabea nach Sizilien, wo sie ein Training absolvierte, um sich für die Mission der Global Sumud Flotilla vorzubereiten. Deren Ziel: Die illegale (See-)Blockade Gazas zu durchbrechen und dringend benötigte Hilfsgüter in den Küstenstreifen zu bringen. Am 17. September fuhren schliesslich 42 Segelboote mit 462 Teilnehmenden aus mehr als 45 Ländern aufs offene Mittelmeer. Mit dabei waren 19 Schweizer:innen, darunter Tabea.
Nachdem die Flotilla von der israelischen Marine aufgehalten wurde, wurden die Aktivist:innen nach Israel gebracht und dort inhaftiert. «Wir wurden wie Terroristen behandelt», sagte Tabea in einem Interview mit baba news. Nach einem kurzen, aber schwierigen Gefängnisaufenthalt wurde Tabea mittels Charterflugs von Israel in die Türkei und dann in die Schweiz gebracht. Die Flüge hat die türkische Regierung bezahlt. Von der Schweiz erhielt Tabea gemäss eigenen Angaben keine Unterstützung.
Nun ist Tabea Zaugg im Café Palestine zu Besuch. Sie erzählt von ihren Beweggründen sowie den Herausforderungen und Gefahren, denen sie während ihrer Reise ausgesetzt war. Ausserdem erklärt sie, was die Mission der Global Sumud Flotilla bewegt und erreicht hat – und was noch bevorsteht.
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