 |
|
 |
 |
 |
| Pressecommuniqué der Gesellschaft Schweiz-Palästina (GSP) |
 |
|
10. Dezember 2002
|
Die Gesellschaft Schweiz-Palästina (GSP) protestiert vehement gegen die antidemokratischen Aktionen einiger schweizerischer pro-zionistischer Organisationen und Personen, welche gegen die Meinungsfreiheit agieren und die berechtigte, belegte und notwendige Kritik an der rassistischen und kriegsverbrecherischen israelischen Politik zu unterdrücken versuchen.
Am letzten Sonntag, dem 8. Dezember 2002, hätte der antizionistische jüdische Musiker und Publizist Elias Davidsson auf unsere Einladung hin im Theater Stadelhofen (Puppentheater) in Zürich auftreten sollen. Der Referent definierte sein Thema wie folgt: «Ist die Existenz eines jüdischen Staates mit den Menschenrechten vereinbar?»
Am späten Freitagnachmittag (6. Dezember), kündigte uns das Theater Stadelhofen den Saal für Davidssons Vortrag kurzfristig. Frau Ursula Pfister von der Theaterleitung begründete diesen Schritt mit den vielen Protesten seitens Vertretern der folgenden Organisationen: Israelitische Cultusgemeinde Zürich (ICZ), Gesellschaft Schweiz-Israel (GSI)* und Kulturförderungsverein Omanut (Frau Safran) und erinnerte sich daran, dass ihr der Titel der Veranstaltung nicht bekannt war, was ihrer Sorgfaltspflicht widersprechen würde. Ein Anwalt soll, gemäss Frau Pfister, sogar mit einer Klage wegen angeblichen Verstosses gegen das Anti-Rassimus-Gesetz gedroht haben.
Die pro-zionistische Lobby hat es offensichtlich geschafft, beim Theater Stadelhofen den Eindruck zu erwecken, dass der Zweifel an Israels Existenzrecht an sich schon antijüdisch sei. Dabei wird geflissentlich übersehen, dass eine beachtliche Anzahl jüdischer Menschen in Israel und ausserhalb, zu denen auch Herr Davidsson gehört, diese unbequeme Frage doch stellt.
Es ist inakzeptabel, dass die Position dieser konsequenten jüdischen Friedensaktivisten und Antirassisten verschwiegen und kriminalisiert wird, und zwar gerade durch Personen und Organisationen, die ein rassistisches und kriegsverbrecherisches System auch mit unlauteren Mitteln zu verteidigen versuchen.
Dass das Theater Stadelhofen ihre Bühne für eine so wichtige Diskussion entzog, ist ein Skandal. Gegenwärtig prüfen wir die juristischen Folgen dieses antidemokratischen Vertragsbruchs.
Zum Glück konnten wir kurzfristig doch ein alternatives Lokal finden und freuen uns sehr über die rege und kontroverse Beteiligung des Publikums an Davidssons Vortrag. Dies, obwohl mehrere interessierte Leute den neuen Ort leider nicht finden konnten.
Als Nachspiel dieser Veranstaltung versucht nun die jüdische Organisation DAVID und einige Privatpersonen auch noch eine weitere Veranstaltung zu verhindern. Die CVP Männedorf hat Frau Saïda Keller-Messahli, Vorstandsmitglied der GSP, als Referentin für morgen Abend eingeladen. Der Student David Rubinstein versuchte mit einem völlig verzerrten Bericht über Davidssons Ausführungen die CVP-Veranstalterin einzuschüchtern. Die Organisation DAVID, welcher letzte Woche selbst vom jüdischen Magazin Tachles sowie von Prof. Georg Kreis, dem Präsidenten der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus, rassistische Hetze vorgeworfen wurde, machte ebenfalls Druck bei der CVP.
Zum Glück gibt die Veranstalterin nicht nach und hält an der Absicht fest, Frau Keller-Messahli einzuladen, und zwar zusammen mit einem jüdischen Vertreter.
Die besorgniserregenden antidemokratischen Aktivitäten von pro-zionistischen Kreisen in der Schweiz stellen die Meinungsfreiheit in diesem Land in Gefahr. Sie stehen in krassem Widerspruch zu einer langen humanistischen und antirassistischen jüdischen Tradition und erschweren zusätzlich die Bemühungen um einen gerechten Frieden in Palästina.
* Herr Thomas Dähler und Frau Vreni Müller-Hemmi bestreiten vehement, dass ihre Organisation damit zu tun hat.
|
|
 |
|
 |