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Di 06.03.12
20 h
Bern, Le Cap (Französische Kirche), Nicolas Manuel-Saal, Predigergasse 3
Marlène Schnieper Nakba – die offene Wunde
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Ein gutes neues Jahr für Palästina. Marvan Bargoutti Jahr?
Rückblick und Aussicht
von Daniel Vischer

Liebe Leute

Ich bedanke mich zuerst für die gute Zusammenarbeit in diesem Jahr. Unsere Veranstaltung mit Ilan Pappe war ein erfolgreicher Abschluss. Sie war ein gutes Startzeichen für mehr Präsenz, vor allem für mehr Präsenz zu Gunsten einer antizionistischen Meinungsbildung. Heute darf man ja das Wort "antizionistisch" wieder gebrauchen, das war in den neunziger Jahren der links-grünen Globalisierungseuphorie, bei der alles was nach Antiimperialismus roch, getilgt werden musste, und Israel zusätzlich wieder einen neuen Sonderstatus erhielt, lange nicht mehr so - in der SP und auch bei den Grünen auch heute noch nur mit grosser Vorsicht.

Allen Unkenrufen zum Trotz neigt die herrschende linke "political correctnes" noch immer einer letztlich pro israelischen Position zu, die zwar den Palästinensern angetanes Unrecht einräumt, indes nicht bereit ist zu anerkennen, dass die Palästinenser für die Shoa keinerlei Verantwortung tragen und ihre Vertreibung deshalb mit Nichts zu rechtfertigen ist. Niemand ausser den Palästinensern selbst war (und ist) berechtigt, über deren Ende zu Gunsten oder Ungunsten eines zionistischen Staates zu befinden. Dies den Gemütern links und rechts - links wäre schon viel, aber nicht unbedingt einfacher - einzuhämmern, bleibt unsere vornehme Aufgabe.

Ilan Pappe hat - für die Anwesenden war's fast wie ein Donnerschlag - die Propagierung der Einstaatenlösung als einzig zukunftsweisende zur Essenz seines Vortrages gemacht - in Zürich war das in der Diskussion noch um einiges kontroverser als in Bern. Ist dies ein Diskurs der Nicht-Palästinenser? von vornehm Aussenstehenden? Wenn ich mit meinem Freund und Botschafter Dr. Anis diskutiere, erhalte ich etwas diesen Eindruck. Wer Edward Said liest, wird eines besseren belehrt.

Wir sind jedenfalls gefordert, dem beschleunigt nach zu gehen. Denn ich frage mich: könnte das Jahr 2006 zum Jahr von Marvan Bargoutti werden? Einiges deutet darauf hin. Das wurde schon anlässlich unserer Reise sichtbar: Marvan Bargoutti steht für Erneuerung, für Demokratisierung von unten - Worte seines Komitees, nicht meine Worte -, er ist der einzig glaubwürdige Führer nach Arafat gegen den Vormarsch der Hamas - und vielleicht auch gegen jeden Scheinfrieden? Könnten wir dies sogar zu unserem Leitmotiv für 2006 erheben:

Freiheit für Marvan Bargoutti - zu Gunsten eines Friedens der Tapferen, die Forderungen sind bekannt, inklusive Rückkehrrecht, nur er bietet Israel mittelfristig eine Chance in der Zweistaatlichkeit den eigenen jüdischen Charakter zu wahren. Ein neuer Versuch eines Barak/Clinton Scheinfriedens (Camp David 2000) würde zum Friedensschluss der Feiglinge, der früher oder später das Ueberleben Israels im Sinne seiner Gründer neu stellen würde (s.o.).

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